Klosterkirche Wittenburg
 
Die Wittenburger St. Marien- und Willhadi-Kirche ist ein spätgotischer Bruchsteinbau. Die einschiffige Klosterkirche ist durch eine bis zur Kirchendecke reichende Trennwand in Laien- und Brüderkirche unterteilt. Diese Teilung wird bereits im Außenbau deutlich. Bei der Brüderkirche befinden sich die Wandstreben außen, bei der Laienkirche liegen sie innen. Auch die Fenster in beiden Bauteilen der Kirche sind unterschiedlich hoch. Diese Form des Kirchenbaus ist wiederholt bei Kirchen zu finden, die von Mönchen aus Windesheim im Rahmen ihrer Reformbewegung bei der Übernahme und Neubesiedlung verfallener Klöster errichtet wurden.


 
      

      

      
Historie:

800 - 1050 Von der Wittenburg aus wird die Kreuzung zweier bedeutende Handelswege kontrolliert
(die heutigen Bundesstraßen B1 und B3).

1250 - 1300 Es kommt zur Gründung des Klosters durch Verbindung von Priestern, Laienbrüdern und Eremiten zu einer mönchischen Gemeinschaft.

1316 Heinrich I., Bischof von Hildesheim, unterstellt diese Gemeinschaft dem Kloster St. Michael in Hildesheim.

1328 Otto II., Bischof von Hildesheim wandelt die Gemeinschaft in ein Augustiner-Chorherrenstift um.

1497 Die Klosterkirche in ihrer heutigen Größe wird unter Prior Stephanus de Molenbeke vollendet.

1590 Wittenburg wird von Heinrich Julius, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, Bischof von Halberstadt, zum fürstlichen Kammergut erklärt. Er veranlasst, dass die Kirche als Gemeindekirche eingerichtet wird.

vor 1800 Die zweigeschossige Empore wird gebaut.

um 1800 Das Dach wird aufgrund dauernder Sturmschäden niedriger gesetzt, der Turm wird entfernt.

1839 Die Kirche enthält mit Hilfe einer königlichen Spende eine Orgel.

1863 Ein Turm wird wieder aufgesetzt.

1884 Der Kirchenbaumeister Conrad Wilhelm Hase schafft die noch heute vorhandene Gestaltung des Innenraumes der Ostkirche.

1889 Die Ostkirche wird mit Jugendstilmalereien verziert.

1911 Es wird eine Glocke in die auf dem Kirchendach befindliche sechseckige "Latrene" eingebaut.

1968 Die Jugendstilmalereien werden übermalt.

1997 Anlässlich der 500-Jahrfeier der Kirche wird die Orgel wieder instand gesetzt.

 
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